Chorfenster der Johanneskirche in Börtlingen

1. Das Lamm (oben in der Rosette)
ist seit dem 6. Jahrhundert in der christlichen/kirchlichen Kunst ein verbreitetes Symbol für Jesus Christus. Johannes der Täufer bezeichnet Jesus als „das Lamm Gottes, das die Sünde der Welt wegträgt“ (Johannesevangelium 1,29). Dahinter stehen alttestamentliche und frühjüdische Vorstellungen vom Lamm, das mit Wehrlosigkeit, Reinheit und Gehorsam verbunden ist.

Als Osterlamm gekennzeichnet mit der Siegesfahne oder dem Heiligenschein steht es für die Auferstehung Jesu Christi.

In der Offenbarung des Johannes ist das Lamm (=Jesus Christus) das Zentrum der Anbetung (Offenbarung 5,8f ).


2. Die sieben Sterne
In der Offenbarung des Johannes finden wir immer wieder den Verweis auf sieben Sterne, die Christus in seiner Hand hält (Offenbarung 1,16; 2,1;3,1;…). In unserem Fenster sind die sieben Sterne um das Lamm angeordnet. Sie stehen für die sieben Gemeinden, die in der Offenbarung erwähnt werden, und stehen stellvertretend für die ganze Christenheit. Das Lamm (=Jesus Christus) ist der Mittelpunkt der Ge-meinden/Christenheit. Von ihm sind sie gehalten und getragen.

 
3. Kreuzigung
Jesus am Kreuz, die weinende Maria und Johannes, der auf Jesus hinweist. Dieses Bild erinnert an den Isenheimer Altar von Matthias Grünewald. Auch dort ist Johannes der Täufer auf der rechten Seite des Kreuzes zu sehen, obwohl er zur Zeit der Kreuzigung nach biblischem Zeugnis schon tot ist. Dargestellt ist er hier als Wegbereiter Christi, dessen Ankündigung sich nun erfüllt hat.  Er weist mit dem Zeigefinger auf Christus, als wolle er sagen: „Siehe, das ist Gottes Lamm. Das Erlösungswerk Gottes für diese Welt ist mit Christus nun vollbracht“

 
4. Auferstehung
Im Mittelpunkt steht der auferstandene, strahlende Christus. Die Wundmale an Hand und Fuß erinnern an seinen Tod am Kreuz. Doch nun erhebt er sich mit der Siegesfahne in der Hand aus dem Sarg, dem Gefängnis des Todes. Mit den Fingern seiner rechten Hand segnet er die Menschen. Der auf dem Boden hingestreckte Mensch ist ein Symbol für den Tod und alle todbringenden Mächte. Doch auch darüber erhebt sich der Auferstandene.

 
5. Bild Mitte links

Johannes der Täufer verweist auf Jesus:
Am nächsten Tag stand Johannes da und zwei seiner Jünger; und als er Jesus vorübergehen sah, sprach er: „Siehe, das ist Gottes Lamm!“ Und die zwei Jünger hörten ihn reden und folgten Jesus nach. (Johannesevangelium 1,35-37)


6. Bild Mitte rechts
Johannes tauft Jesus, der zu ihm an den Jordan kommt. (Johannesevangelium 1, 32.33)

 
7. Bild unten links
Dieses Bild greift die Bußpredigt des Täufers auf. Er kündigt Jesus an als einen, der mit der Schaufel die Spreu vom Weizen trennen wird. Es bleibt nicht mehr viel Zeit zur Umkehr, denn die Axt ist den „schlechten“ Bäumen schon an die Wurzel gelegt. (Matthäusevangelium 3,8-12)

Wenn dieses Bild im Zusammenhang mit der Verkündigung Jesu betrachtet wird, dann wird deutlich, wie sich die Botschaft des Johannes und die Botschaft Jesu unterscheiden. Johannes der Täufer verkündigt: Es ist höchste Zeit für eine radikale Umkehr zu Gott, denn das Reich Gottes ist nahe. Wenn ihr dem Ruf nicht folgt, wird Gott euch schrecklich bestrafen. Die Botschaft Jesu lautet: Gott ist barmherzig. Er liebt die Menschen, auch wenn sie schuldig geworden sind. Sie sollen zu ihm umkehren. Aber nicht aus Angst, sondern weil Gott auf sie wartet und sie mit geöffneten Armen empfängt.

 
8. Bild unten rechts
Johannes der Täufer ist im Gefängnis. Seine Bußpredigt, mit der er auch seinen Landesfürsten Herodes kritisiert, wurde diesem zu unbequem und deutlich. Im Gefängnis hört Johannes vom Wirken Jesu. Er schickt seine Jünger um Jesus zu fragen, ob er der verheißene Retter ist. (Matthäusevangelium 11,2-6)