1700 Jahre Jüdisches Leben in Deutschland

Im Jahr 321 erließ der römische Kaiser Konstantin einen weitreichenden Erlass:
Künftig konnten auch jüdische Bürger der Colonia Agrippina (Köln) Ämter in der Verwaltung der Stadt übernhmen. Dieser Erlass ist die früheste Urkunde zur Existenz von Jüdinnen und Juden nördlich der Alpen, die sich erhalten hat. Und er ist Anlass, um im Jahr 2021 bundesweit an die Geschichte des Judentums in Deutschland zu erinnern.

Veranstaltungen im Jubiläumsjahr im Kirchenbezirk Göppingen

Weitere Veranstaltungen und Informationen zu diesem Festjahr

unter www.1700jahre.de und 2021jlid.de

Ein Baustein ist die ökumenische Plakataktion "#beziehungsweise:jüdisch-christlich- näher als du denkst". Jeden Monat nimmt ein Plakatmotiv die Beziehungen zwischen jüdischer und christlicher Lebens- und Glaubenspraxis in den Blick.

Februarthema: Fasching 16. Februar und Purim 26. Februar

Purim und Fasching ähneln sich - ausgelassene Stimmung, Verkleidung und spezielle süße Speisen gehören zu beiden Festen. Die Purimfeier hat einen ernsten Hintergrund. Im Mittelpunkt steht das biblische Buch Esther. Darin wird erzählt wie Esther - eine Jüdin,, die Königin geworden war - ihr Volk vor der angedrohten Ausrottung durch den Wesir Haman rettet.

Eine jüdische Stimme zum Februarthema:

Kleine und große Clowns, Ritter, Prinzessinnen, Monster, Hexen, Zebras, Hasen und andere phantasievoll gekleidete Gestalten haben sich in der Synagoge versammelt, machen Krach mit Hilfe von Rasseln, trampeln mit den Füßen, pfeifen und bringen "Buh"-Rufe aus. Und all das bei der Verlesung eines biblischen Buches?? Purim ist das Lieblingsfest jüdischer Kinder, denn sie dürfen sich nach Herzenslust verkleiden und brauchen nicht still sitzen, weil der Lärm sogar Teil der Liturgie ist. Wann immer der Übeltäter Haman genannt wird, bricht ein enormer Krach aus, um dessen Namen auszulöschen.

Das Hören der Esther-Geschichte ist das wichtigste Gebot des Festes. Daneben ist es üblich, einander Süßigkeiten und selbst zubereitete Speisen zu schenken. Das typische Gebäck für Purim sind die "Haman-Taschen" oder "Haman-Ohren", dreieckige, mit Mohn, Datteln oder Marmelade gefüllte Kekse.

Bedürftige Menschen werden mit Lebensmitteln oder mit Geld bedacht, damit auch sie sich Festmahlzeiten leisten können. Und warum heißt es "Esther-Rolle"? Weil der Text des Esther-Buchs aus einer auf Pergament handgeschriebenen Rolle (Megillah), ähnlich einer Torah-Rolle, vorgetragen wird.